Freitag, 12. November 2010

Tag 40 und 41 – 6. und 7. November 2010 (Samstag und Sonntag)

 Gestern und heute verbringen wir vorwiegend mit Abmessen von Möbeln, die wir kaufen wollen, mit Einkaufen (unter anderem Fernsehgeräte) und auch ausmisten im Haus. Irgendwo soll ja alles, was in unserer Transportkiste ist, einen Platz finden. Einkaufen kann man hier jeden Tag. Kleine Läden sind manchmal an Sonn- und Feiertagen geschlossen, aber alle Einkaufscentren sind immer geöffnet. Am Wochenende sind die Läden voll, aber das können wir jetzt nicht vermeiden.
Natürlich kommt auch das Skypen nicht zu kurz. Wochenende sind dazu sehr geeignet. Wegen der Zeitumstellung sind wir 6 Stunden voraus (im Sommer 5 Stunden) und deshalb oft nicht mehr online, wenn es von der Schweiz aus passen würde.
Gerne beantworten wir noch Fragen, die aufgetaucht sind:
- der Container, der auf der Ever Conquest vor unserer Kammer stand, enthielt nicht unser eigenes Hab und Gut. Er war leer und wurde nach China gebracht, um da wieder Waren in Empfang zu nehmen. Wir nannten ihn 'unseren' Container, weil er uns ans Herz gewachsen war. Schliesslich begleitete er uns durch die ganze Reise vor unserem Fenster. Unsere eigene Kiste kommt in einem Sammelcontainer auf einem anderen Schiff. Sie sollte jetzt Thailand erreichen.
- Wir wurden nie seekrank und auch nicht landkrank. Ein einziges Mal hatte Eveline das Gefühl, dass das Pult im Hotel in Hong Kong etwas schwankte, aber das war nur ein kurzer Augenblick.
Mit dem Essen ist es im Moment noch so eine Sache. Wir sind so beschäftigt, dass wir uns nicht so richtig darauf konzentrieren können. Am Abend sind wir meistens zu müde, um noch weit zu gehen. Aber wir sind ja in der komfortablen Lage, dass es in unserer nächsten Umgebung viele Restaurants und Strassenstände gibt. Alle Preisklassen und viele verschiedene Küchen werden angeboten, auch die Strassenküchen wie hier auf dem Bild, die Essen in ausgezeichneter Qualität von anbieten.

Freitag, 5. November 2010

Tag 39– 5. November 2010 (Freitag)

Die Nacht ist gut verlaufen, die Katzen hatten kein Problem und haben auch angefangen richtig zu fressen, was ein gutes Zeichen ist.
Heute ist Betrieb im Haus. Wir versorgen die Katzen im Badezimmer, denn wir haben die Handwerker im Haus und die Katzen dürfen ja noch nicht raus.
   
Zuerst wird die Haustelefonleitung endlich repariert, nachdem sie während Jahren nicht mehr funktionierte. Jetzt, wo wir hier wohnen, ist das ganz praktisch.


 





Zwei Männer hangen an den Leitungen, zwei mehr dirigieren vom Boden her. Es ist ein Rätsel, wie sie wissen, welches dieser vielen Kabel zu uns führt.  

Doch sie schaffen es. Das Telefon läutet wieder.


Gleichzeitig kommen auch die Handwerker, die uns die Internetleitung verlegen. Es sind diesmal fünf Männer, die diese Kabel einziehen. Sie machen einen kompetenten Eindruck. Wir brauchen unbedingt eine gute Internetleitung um zu funktionieren. Wenn die Leitung zu schwach ist, dauert alles sehr lange und Skype ist sehr schwierig bis unmöglich. Der Anbieter, den wir gewählt haben ist zwar einiges teurer als die anderen, verspricht uns aber auch stabile 14 bis 16 MByte/s, was sehr schnell wäre. Wir sind gespannt.


Kurze Zeit später erscheint auch noch der Lieferant mit den bestellten Büromöbeln, die in den gleichen Raum sollen wie der Internetanschluss. Es wird langsam eng. Die ganzen Möbel werden von nur einer Person gebracht. Er will auch alles selbst in den oberen Stock tragen, was natürlich illusorisch ist. Es ist schon erstaunlich, dass er alleine kommt, immerhin sind 5 Leute fürs Internet und etwa 4 für den Telefonanschluss gekommen, und die müssen schliesslich nicht viel tragen!
Am Nachmittag steht dann alles. Und das Internet ist wirklich so schnell wie versprochen. Wir sind sehr glücklich darüber. Nun klappt auch Skype problemlos, was wir natürlich sofort ausprobieren.
Das Problem mit der Email-box willi@tawan.ch ist auch behoben und wir freuen uns darauf, viele Emails zu erhalten.

Tag 38 – 4. November 2010 (Donnerstag)

Wir sind etwas aufgeregt! Unsere Katzen Singh und Guinness sind mit der Thai Airways unterwegs und kommen heute Morgen an. Wir hoffen natürlich, dass alles gut gegangen ist.
Jamrat der Taxifahrer bringt uns zum Flughafen. Das Flugzeug ist schon gelandet und wir sehen die Cargo Türe aus der die Käfige unserer Katzen kommen werden,
Wir fragen uns durch und werden zum Cargo Terminal geschickt. Zum Glück sind die Temperaturen angenehm, da macht das Laufen von einem Ort zum anderen nichts aus.
Im Cargo Terminal empfängt man uns erleichtert. Offensichtlich hat man vergeblich versucht uns zu erreichen. Nun fängt der Papierkrieg an. Der Pass wird kopiert und wir haben die richtigen Transportpapiere bei uns.
Plötzlich steht ein Mann vor uns, der sich als Broker vorstellt, Scheinbar ist es in Thailand nicht möglich, als Privatperson etwas aus dem Zoll zu holen. Deshalb hat die Behörde diesen Broker informiert, dass er uns unterstützt. Wir werden in sein Büro gebeten und da geht der Papierkram weiter. Unzählige Dokumente werden erstellt, kopiert, müssen unterschrieben werden. Alles ist sehr stark auf Vertrauensbasis, denn die meisten Dokumente sind nur in Thai.
Wir warten schon einige Zeit und der Broker unterhält uns mit Schauergeschichten über Meerschweine, die wegen Atmungsproblemen solche Transporte nicht überleben. Etwas später hört Eveline bei einer Unterhaltung das Wort "Tod" heraus und nun ist sie natürlich echt aufgewühlt. Aber wir  bemühen uns gelassen zu bleiben, alles andere würde nichts bringen. Kurz vor Mittag, nach etwa 2 Stunden, kommt Bewegung in die Gruppe von Personen, die sich alle intensiv mit unserer Verzollung befasst haben. Wahrscheinlich sind sie auch langsam hungrig.
Man sagt uns, dass alles bis um 12 Uhr erledigt sein muss. Als wäre das nicht auch in unserem Sinn! Wir bezahlen die recht teure Verzollung und werden zu unseren Katzen geführt. Ein letzter Scan der Chips und wir dürfen die beiden mitnehmen.
Wir sind erleichtert, dass beide Katzen einen ruhigen Eindruck machen. Die Käfige sind sauber, was darauf schliessen lässt, dass sie nicht unter Stress waren. Mit einem grossen, ruhigen Taxi fahren wir nach Hause, wo wir im Schlafzimmer die Transportbehälter öffnen. Guinness springt sofort raus und beginnt, den Raum zu erkunden, Singh lässt sich etwas mehr Zeit, aber auch er ist ganz interessiert.
Schon bald ist es den beiden so wohl, dass sie sich hinlegen und eine Runde schlafen. Erstaunlicherweise wollen sie weder essen noch ihre Geschäfte verrichten. Immerhin haben sie seit Dienstagabend nichts mehr gegessen, nur noch Wasser getrunken, und während etwa 24 Stunden waren sie in ihren Transportbehältern.
Immer wenn wir ins Schlaftimmer kommen, wo sie vorläufig noch bleiben müssen, schmiegen sie sich an uns und möchten Streicheleinheiten einziehen.
Es ist alles in Butter. Wir sind alle hier, gesund und munter.

Tag 37– 3. November 2010 (Mittwoch)

Wir schlafen wieder in einem Bett, das uns gehört und das erstaunlich gut. Wahrscheinlich sind wir zu müde, um uns vom Lärm in der Nachbarschaft stören zu lassen.
Es besteht uns ein anstrengender Tag bevor, denn wir wollen so viel wie möglich erledigen, bevor die Katzen morgen ankommen. Als erstes bringen wir die Wäsche zum Waschen. Die Besitzer der kleinen Wäscherei, etwa 100 m von uns entfernt, kennen wir seit 12 Jahren. An diesem pittoresken Ort wird unsre Wäsche nicht nur schnell sondern auch sehr sauber und erst noch günstig gewaschen und bei Bedarf geflickt.
Als nächstes holt uns Jamrat ab, den wir für diesen Tag engagieren. Eigentlich hat er ja ein Sammeltaxi, aber man kann ihn auch stundenweise mieten, was für uns natürlich unheimlich praktisch ist.
Wir fahren also los und suchen das Büro des Fernsehsender-Anbieters. Heinz hat sich schon im Voraus schlau gemacht und das ist die einzige Firma, die diejenigen Sender anbietet, die wir brauchen. Das Büro ist im Umbau und wir werden auf eine kleine Terrasse gebeten, wo wir das Ganze in einem tropischen Umfeld abwickeln.
Als nächstes suchen wir einen Laden der Metallprofile verkauft und verarbeitet. Wir brauchen 4 Bolzen weil wir die Kajüten-Betten wieder aufeinander stellen möchten. So etwas ist nicht ganz so einfach zu finden. Aber mit Händen und Füssen geht auch das. Die Bolzen werden für uns ab einer langen Stange geschnitten und kosten für 4 massgeschneiderte  Stück insgesamt CHF 1.30, inklusive Arbeit und "Unterhaltung"!
Fürs Büro brauchen wir allerhand, u.a. auch einen Drucker. Man macht uns mit dem gängigen Thai System bekannt für Tintenstrahldrucker. Da Druckerpatronen recht teuer sind, wird die Farbe aus Behältern von aussen eingespeist. Für unseren Laserjet gibt's aber nur die herkömmliche Möglichkeit.
Wir sind den ganzen Tag unterwegs, kaufen auch Büromöbel und Lebensmittel, bestellen die Internetleitung und vieles mehr und sind  am Abend völlig kaputt. Aber wir haben viel erreicht und sind schon einen rechten Schritt weiter in unserem Bestreben, unser Heim gemütlich und das Büro funktionell einzurichten.

Tag 36– 2. November 2010 (Dienstag)

Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen zum letzten Mal und fahren zum Flughafen. Dabei fahren wir über die Brücke, unter der wir mit der Ever Conquest gefahren sind. Wir sehen auch knappp die Anlegestelle.
Der Flughafen ist gigantisch gross, aber Heinz kennt sich schon aus. Beim Einchecken geht alles gut. Die 85 Kilos werden ohne Problem eingecheckt. Das Handgepäck ist immer noch schwer genug, denn wir schleppen neben Kameras auch 3 Notebooks und den externen Harddisk.
   

Der Flug nach Bangkok ist sehr angenehm. Wir lassen uns gerne verwöhnen und landen so früh in Bangkok, dass wir nicht zu hetzen brauchen für den Anschlussflug nach Chiang Mai.

    




Wir sehen unser Ziel schon vor Augen.







    


Es ist etwas unwirklich, wir kneifen uns, autsch, wir sind wirklich in Chiang Mai gelandet.




Mit so viel Gepäck nehmen wir einen grossen Taxi und freuen uns bei der Ankunft, dass alles in bester Ordnung und Sauberkeit ist. Die Nachbarn heissen uns freudig willkommen. Es ist lässig, dass sie sich so über unsere Ankunft freuen.

Die Energie reicht nicht mehr aus, um heute auszupacken. Dafür feiern wir im Shangri-La Hotel unsere Ankunft zuhause mit Stil. Wir geniessen das gediegene Amiante. Da es hier tagsüber um die 25 Grad und nachts um die 15 Grad ist, können wir draussen essen.

Tag 35– 1. November 2010 (Montag)

Heute ist in der Schweiz ein Feiertag und wir finden die einen und anderen auf Skype. Diese Art der Kommunikation macht echt Spass, vor allem auch mitKamera. Gestern Abend haben wir bis spät in die Nacht hinein so geplaudert. Mit der Zeitverschiebung ist das natürlich kein Wunder. Heute sind wir etwas müde.
Da wir schon vier Jahre in Hong Kong gelebt haben, gibt es nicht mehr so wahnsinnig viel, das wir unbedingt sehen möchten. Für Eveline wäre der Victoria Park am frühen Morgen ein Ziel gewesen. Dann sieht man viele Leute die Tai Chi praktizieren. Das sieht aus, als wären diese Menschen in einem Traum. Daneben rennen Jogger vorbei, auf den Parkbänken sitzen alte Männer, die ihre Vögel im Käfig mit nehmen und an einem Haken an einen Ast in den wunderschönen, grossen Bäumen hängen. Andere lesen die Zeitung oder plaudern. Es ist eine tolle Atmosphäre. Aber eben, wir haben es nicht so früh aus den Federn geschafft.
Dafür gehen wir über die Strasse von unserem Hotel und wollen uns mal ansehen, was in dem Kolonialhaus ist, das ganz neu renoviert wurde. Es ist die 1881 erbaute Polizeistation, war ziemlich verfallen und wurde nun vollständig renoviert und in Hong Kong Manier natürlich mit exklusiven Läden bestückt. Was uns speziell fasziniert ist das wunderschöne Gebäude und die Ausstattung. Dabei sehen wir auch mehrere ganz tolle Restaurants, die im alten Stil gemacht sind, einfach sehr gediegen. 

Wir entscheiden uns, im chinesischen Restaurant Dim Sum zu essen. Das schlägt nun wirklich alles, was wir bis jetzt an Dim Sums schon hatten (und das ist eine ganze Menge). Nicht nur die Qualität der Häppchen, auch die Präsentation, das Ambiente und die Bedienung waren erstklassig.
Am Nachmittag müssen wir etwas nachschlafen bevor wir uns auf die Suche nach dem Swiss Chalet machen. Ja, es ist wahr. Wir suchen das Schweizer Restaurant! Nach 5 Wochen haben wir 'Gluscht' auf 'Züri Gschätzlets ond Röschti'. 

Das Restaurant ist vor 12 Jahren umgezogen, aber wir schaffen es. Das Essen ist gut und wir amüsieren uns köstlich über unsere chinesischen Tischnachbarn, die Fondue essen und keine Ahnung haben, wie das geht. Nicht, dass sie etwa nach Rat fragen, nein, sie essen es einfach so, wie sie ein chinesisches Menü essen würden und trinken dazu sauren Most von Möhl. Herrlich!
Zu Fuss schlendern wir durch die Strassen von Kowloon zurück zum Hotel. Hong Kong ist eine faszinierende Stadt mit wahnsinnig mannigfaltigen Möglichkeiten.

Montag, 1. November 2010

Tag 34– 31. Oktober 2010 (Sonntag)

Den Morgen verbringen wir wieder mit verschiedenen Arbeiten am Computer. Heureka, Eveline findet das Problem beim Herunterladen der Fotos: mit dem Internet Explorer geht es fast nicht, aber mit dem Mozilla Firefox schon. Jetzt läuft es gut und der Blog wird immer aktueller.
   







Am Mittag fahren wir mit der Star Ferry wieder nach Hong Kong Island und nehmen da ein Taxi, das uns ins Parkview bringt. 










  In dieser Überbauung haben wir zwischen 1990 und 1994 gelebt. Es sieht immer noch aus wie früher, nur ist es schwierig zum Pool zu kommen. Der Zugang ist eingeschränkt. Da wir uns ja auskennen, schaffen wir es gleichwohl.
Das Taxi fährt uns runter an die Repulse Bay, wo die Kinder viel im Sand gespielt haben und wir manchen Tag verbracht haben. Wir stellen uns vor, dass wir wie früher bei MacDonald oder Kentucky Fried Chicken ein paar Sachen einkaufen und diese am Strand unten essen. Aber es hat keine Restaurants mehr, nur eine grosse, still gelegte Shopping Anlage. Der Strand ist sehr schön instand gehalten, aber es läuft nicht viel. Wir essen eine Nudelsuppe aus dem Pappbecher, weil wir nun wirklich Hunger haben.
Wir warten auf ein weiteres Taxi und fahren nach Stanley Market. Das ist ein Strassenmarkt, wie er an vielen Touristenorten in Asien zu finden ist. Es wird alles verkauft von Kleidern über Souvenirs und pseudo Kunstgegenständen.




Da wir gerne noch was Richtiges zwischen die Zähne haben möchten, gehen wir dem Markt entlang zum Fischerdorf. Zu unserer Überraschung sieht man nicht mehr viel vom Fischerdorf. Das Ufer wurde in eine tolle Anlage umgewandelt und da ist wirklich was los. Die Leute flanieren, geniessen das wunderbare Wetter (bei etwa 26 Grad C). Es hat viele Restaurants und wir geniessen ein wunderbares frühes Nachtessen auf der Terrasse des Boat House Restaurants. Wir können uns kaum sattsehen von unserem tollen Aussichtsplatz her.
Mit dem doppelstöckigen Bus fahren wir zurück nach Central. Wir haben eine gute Sicht, auch davon, wie eng die Strassen sind. Es ist eine halsbrecherische Fahrt. Wir gehen davon aus, dass der Fahrer sein altmodisches Gefährt im Griff hat.
Auf der Star Ferry geniessen wir den wunderbaren Blick auf die Skyline und entscheiden uns, noch zum Oktoberfest auf dem Dach des Ocean Terminals zu gehen. Das ist ein völlig überraschender Anlass. Wenn wir um 23 Uhr ankommen stehen tausende von Menschen auf den Bänken und Tischen. Sie flippen völlig aus ab der deutschen Musik und Stimmung und wissen genau was zu tun ist, sei es beim Chicken Dance (den sie auf den Bänken und Tischen tanzen) oder zige, zage, hoi hoi hoi. Wir sind fasziniert, noch nie haben wir Chinesen so ausser Rand und Band gesehen. Sicher wurde ziemlich viel Alkohol konsumiert, das sehen wir an den Gläsern und Bierkrügen, aber die Stimmung ist völlig friedlich. Wir sehen überhaupt niemand, der oder die sich daneben benimmt.